Vor einigen Jahren hat der Berliner „Tagesspiegel“ aufgrund einer Serie von verheerenden Brände eine Umfrage zur Rauchmelderpflicht in Privatwohnungen gestartet. Hierbei sprachen sich fast 70% für solch eine Regelung aus – entgegen der weit verbreiteten Meinung der Politiker.

Vorausgegangen war eine rege Diskussion über das Für und Wider einer gesetzlichen Regelung der lebensrettenden Rauchmeldern. Hierbei fühlten sich viele an die Einführung der Gurtpflicht in Kraftfahrzeugen erinnert. In den 70er Jahren galt dies damals als Eingriff in die Privatsphäre – hat aber bis heute unzähligen Autofahrern das Leben gerettet. 

Viel Zeit ist vergangen, bis nun im vergangenen Dezember die Rauchmelderpflicht für Neubauwohnungen in Rheinland-Pfalz beschlossen wurde. Das Gesetz trat einen Tag nach der Verkündung in Kraft. Mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung. Rauchmelder in Privatwohnungen machen durchaus Sinn wie die entsprechende Vorschrift aus den USA belegt, wo sich die Anzahl der Brandtoten halbiert hat. Ähnliche Zahlen gibt es auch aus England und Skandinavien. 

Der Pressesprecher der Berliner Feuerwehr, Wolfgang Rowenhagen, hat eine deutliche Meinung zu dem Thema „Die kleinen Lebensretter müssen gesetzlich vorgeschrieben werden, andernfalls sterben bei Wohnungsbränden weiterhin Menschen, die mit einem Rauchmelder an der Decke überleben könnten.“

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) begrüßt die beschlossene Rauchmelderpflicht für Neubauten in Rheinland-Pfalz. „Dies ist eine Entscheidung im Sinne der Menschen, und sie hat hoffentlich Signalwirkung für ganz Deutschland. Rauchmelder sollten in allen Bauordnungen verbindlich vorgeschrieben werden“, sagt DFV-Vizepräsident Ralf Ackermann. „Nach Erfahrungen in den USA, Großbritannien und Schweden könnte die Zahl der jährlich 600 Brandtoten in Deutschland um bis zu 50 Prozent reduziert werden, wenn Privathaushalte flächendeckend mit Heimrauchmeldern ausgestattet wären.“ 

Nachts, wenn der Mensch schläft, schläft auch der Geruchssinn. Giftiger Rauch entsteht nicht nur beim Verbrennen, sondern auch schon beim Verschmoren herkömmlicher Wohnungseinrichtungen. Da die Rauchentwicklung ohne große nennenswerte Geräusche vor sich geht, wird die schlafende Person sprichwörtlich im Schlaf überrascht. Rauchmelder geben ein durchdringendes Signal, wenn sich in der Raumluft Rauch befindet. Sie melden sich, bevor die Giftgaskonzentration im Rauch lebensgefährlich angestiegen ist und bieten somit einen sicheren Schutz gegen Brandkatastrophen. 

Vor allem Kinder haben unter den Folgen von Brandverletzungen zu leiden. Mediziner warnen, dass die verbrannte Haut nicht mitwächst und dadurch viele Folgeoperationen von Nöten sind. Vor allem bedeuten Brandverletzungen bei Kindern auch seelisches Leid. Spitznamen wie Quasimodo, Drache oder Monster sind keine Seltenheit und die Grausamkeiten der anderen Kinder kennt meist keine Grenze.

Der Wohnungsbrand ist eine sehr häufig unterschätze Gefahr. Trotz des Wissens vieler Menschen über die lebensrettenden Eigenschaften eines Rauchmelders wird nicht aktiv vorgebeugt und ein solches Gerät im Haushalt an den entsprechenden Stellen montiert. 

Bei 200.000 Bränden in privaten Haushalten kann ein Rauchmelder 200.000 mal aktive Hilfe leisten. Sie sind keine Garantie dafür, dass es bei Ihnen nie brennt, geben Ihnen aber die Möglichkeit, das brennende Objekt frühzeitig zu verlassen. 

Rauchmelder erhalten Sie ab ca. 30 Euro in Baumärkten, Verbrauchermärkten sowie beim Feuerwehr- und Elektrofachhandel. Achten Sie beim Kauf auf das VdS-Prüfzeichen.

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