Es ist nichts neues, dass Feuer auf Kinder eine besondere Anziehungskraft ausübt. Das ungleichmäßige Flackern der Flammen, die variierende Helligkeit und das knisternde Geräusch erzeugen Gefühle von Spannung und Abenteuer. Alles Dinge, die auch noch auf eine Vielzahl von Erwachsenen eine gewisse Anziehungskraft hat und auch Romantik auslöst.

Bei Kindern kommt nur noch eines hinzu, was die Erwachsenen eigentlich im Griff haben: den Nachahmungstrieb. Kinder probieren unheimlich gerne das aus, was ihnen die Eltern und Geschwister, Freunde und Bekannte vorleben. Der Vater, der fast an jedem Wochenende im Sommer den Grill anwirft oder in der Winterzeit dafür sorgt, dass das Feuer im Kamin lodert, die Mutter, die neben den Adventskerzen auch immer eine Duftlampe am Brennen hält. Egal wo wir hinschauen, wir finden immer im Umkreis eines jeden Kindes jemanden, der mit dem Feuer hantiert. 

Das Ergebnis ist vollkommen klar: fast jedes Kind hat schon einmal mit dem Feuer gespielt – sie kokeln gern, lieben Feuerwerkskörper und das Lagerfeuer. Glücklicherweise geht dieses doch sehr leichtsinnige Verhalten in den meisten Fällen glimpflich aus. 

Manchmal geht das Spiel mit dem Feuer aber auch daneben, und die Polizei ermittelt Kinder als Verursacher großer Brandschäden. Kinder sind bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres nicht strafmündig, sie können also auch bei Großbränden nicht bestraft werden. "Vernachlässigung der Aufsichtspflicht" ist kein Straftatbestand, also werden auch die Eltern nicht bestraft. Dennoch verrät uns ein Blick in die Statistik, dass ungefähr jeder vierte fahrlässig verursachte Brand durch Kinderhand entstanden ist! 

Verbote wecken meist noch mehr Neugier und Verbotenes wird damit reizvoll. Die Konsequenz: Das Kind zündelt heimlich. 

Über die verheerenden Folgen, die das heimliche, kindliche Spiel mit dem Feuer haben kann, liest man fast täglich in den Zeitungen: Tote und Schwerverletzte, zeitlebens Verstümmelte und Entstellte, verzweifelte Hinterbliebene - ganz abgesehen von den Sachschäden, die jährlich viele Millionen Euro betragen. 

Der hohen Zahl von Kinderbrandstiftungen und damit der Gefahr, dass zündelnde Kinder leichtfertig ihr eigenes Leben und das Unbeteiligter aufs Spiel setzen, kann nur durch pädagogisch sinnvolle Aufklärung entgegengewirkt werden. Angesprochen sind in erster Linie Sie, liebe Eltern, da Sie für das Tun und Lassen Ihrer Kinder zu aller erst die Verantwortung tragen. 

Die Aufklärung über die Gefahren des Feuers muss deshalb schon frühzeitig im Elternhaus beginnen. Darüber hinaus können Kindergarten und Schule die elterliche Aufgabe wirkungsvoll unterstützen.

Aufklärung und aktiver Brandschutz schützen Haus und Familie!

Sinnvoll ist es daher, gemeinsam mit den Kindern den richtigen Umgang mit Streichhölzern, Feuerzeug und Kerzen zu üben, damit es erst gar nicht zum Ernstfall kommt. Den verantwortungsvollen Umgang erlernen die „Kleinen“ am besten durch vorbildliches Verhalten der „Großen“. Nutzen Sie die sich im Haushalt bietenden Gelegenheiten wie das gemeinsame Grillen, der Kaminabend oder ein Lagerfeuer um Ihren Kindern das Thema Feuer näher zu bringen. Der vorsichtige Umgang mit dem Feuer und die möglichen Gefahren können hier am wirkungsvollsten gezeigt werden. Der kindliche Spiel- und Nachahmungstrieb sollte dabei befriedigt werden. Die Unterweisung muss sich an der geistigen Aufnahmefähigkeit, der Gemütsart und der Geschicklichkeit des Kindes orientieren.

Schüren Sie im Gespräch keine unnötigen Ängste, da Angst im Brandfall zu Panik und somit zu unkontrollierten Handlungen führt.

Kleinkinder können auch schon mit dem Feuer bekannt gemacht werden. Durch das langsame Hinführen eines Fingers zur offenen Flamme macht das Kind die erste, unangenehme Bekanntschaft mit dem Feuer. Die erste Vorsicht wird hierbei wachgerufen. Diese psychologische Einstimmung zum vorsichtigen Umgang mit Feuer ist die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen Brände jeder Art, denn sie wird den Menschen auf seinem ganzen Lebensweg begleiten.  

Aber nicht nur das Verhalten der Kinder, sondern auch Ihr eigenes Verhalten spielt eine sehr große Rolle. Bewahren Sie Streichhölzer und Feuerzeuge so auf, dass sie für Kinder unerreichbar sind. Beobachten Sie einfach einmal Ihr Verhalten, wie oft Sie Streichhölzer oder Feuerzeuge achtlos herumliegen lassen! Das Wegräumen gilt auch für brennbare Flüssigkeiten wie Benzin oder Spiritus. Chemie- und Experimentierkästen sind auf den ersten Blick recht harmlos, können aber bei unsachgemäßer Handhabung sehr gefährlich werden. Die Experimente sollten immer nur nach Vorschrift – und bei Bedarf unter Aufsicht Erwachsener -  ausgeführt werden. Auch Feuerwerkskörper gehören nicht ohne Aufsicht in Kinderhände – selbst wenn es sich hierbei um so genanntes Ganzjahresfeuerwerk handelt.

Noch ein paar Punkte:

  • Niemals Kleinkinder unbeaufsichtigt bei offenem Feuer/Licht zurücklassen.
  • Kinder unter 10 Jahren kein offenes Licht ohne Beaufsichtigung anvertrauen.
  • Kinder dürfen nicht zum Einkaufen von Streichhölzern und Feuerzeugen geschickt werden.
  • Streichhölzer und Feuerzeuge vor der Benutzung durch Kinder auf Beschädigung untersuchen.
  • Rauchmelder installieren, sie gehören in jeder Wohneinheit an die Flur- und Kinderzimmerdecken.

Mit Kindern ab dem Vorschulalter kann bereits der Notruf der Feuerwehr 112 eingeübt werden. Zum Wählen der Telefonnummer sind keine Zahlenkenntnisse notwendig. Den Kindern muss nur die entsprechenden Tasten gezeigt werden. Notfalls kann man auch farbige Markierungspunkte anbringen. Wichtig ist auch, dass Ihr Kind weiß, wo es wohnt, damit es die richtige Adresse durchgeben kann! Gleichzeitig ist aber auch darauf hinzuweisen, dass der Missbrauch der Notrufeinrichtungen verboten ist. 

Sehr oft werden aus diesen Kleinfeuern, die ohne Böswilligkeit entstehen, Zimmer- und Wohnungsbrände, weil die Kinder aus Angst vor der Bestrafung das Feuer nicht melden. Gerade jetzt ist aber die rasche Hilfe Dritter nötig. Kinder sollten in solch einer Situation auf keinen Fall selbst Löschversuche unternehmen. In Sicherheit bringen und Hilfe herbeirufen ist das oberste Gebot. In Sicherheit bringen heißt aber nicht, dass sich die Kinder irgendwo verstecken. Sie sollten sofort bei einem Erwachsenen Hilfe suchen oder den Feuerwehr-Notruf wählen! 

Wir helfen sofort.

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