Verhandlungen über die Gründung einer Löschmannschaft 1849

Am 5. 5.1849 wurde erstmals im Gemein­derat über die Gründung einer organisier­ten Löschmannschaft beraten, nachdem das Oberamt im Intelligenzblatt Nr. 29 vom 10.4.1849 eine entsprechende Ver­fügung erlassen hatte.

Seinerzeit wurde wohl der „Nutzen und Vorteil" einer solchen Einrichtung vom Gemeinderat anerkannt. Trotzdem konn­te sich der Gemeinderat zur Gründung einer organisierten Löschmannschaft nicht entschließen, da die „nöthigen und geeigneten Personen nicht vorhanden seien und es hier nur Weingärtner und wenig Handwerker geben würde." 

Somit beließ man es beim alten.

Schlauchkauf für 2. Spritze

1856 wurde die Gemeinde vom Oberamt aufgefordert, weitere Schläuche für die 2 vorhandenen Feuerspritzen zu beschaf­fen. 

Vom Gemeinderat wurde berichtet, dass die Gemeinde für 1 Spritze einen hänfer­nen Schlauch mit 80 Schuh Länge und für die alte Spritze einen Schlauch mit 6?8 Schuh Länge besitzen würde. 

Weitere Schläuche wären nicht notwen­dig.

2. Antrag auf Gründung einer Dorffeuerwehr

Am 9.6.1865 ist wieder von der Errichtung einer Dorffeuerwehr die Rede. Spritzenmeister Schweizer stellte damals an den Gemeinderat den Antrag, eine Dorffeuer­wehr einzurichten. Gleichzeitig bean­tragte er den Kauf einer Saugpumpe. Auch das Rug?Gericht hatte im gleichen Jahr die Gemeinde aufgefordert, eine Feuerwehr zu errichten. Die Antwort des Gemeinderats lautete jedoch: „Bei gegenwärtigen Zeitverhältnissen, wo das Geld so rar ist, indem fernd (letztes Jahr) Hagelschlag und heuer Frost einge­treten ist, kann man sich zur Errichtung einer Feuerwehr nicht verstehen."

2. Spritzenmeister 1872

Am 8.7.1872 wird berichtet, dass von den 2 Spritzenmeistern der Spritzenmeister Benzinger verstorben und der 2. Spritzen­meister Schweizer fortwährend krank sei. Als Spritzenmeister wurden deshalb Jo­hannes Müller, Schmied, und Friedrich Benzinger jg., Schmied, bestimmt. Als Entschädigung wurde ihnen im Brandfall 2 Gulden 30 Kreuzer bezahlt.

Notwendigkeit einer 3. Spritze

Am 11.6.1877 hat das Oberamt ? anlässlich einer Überprüfung der Löschgeräte ? die Beschaffung einer Saugfeuerspritze an­geordnet. 

Der Gemeinderat hatte aber auch damals kein offenes Ohr für den Feuerschutz, denn die Anschaffung einer Feuerspritze wurde mit der Begründung zurückge­stellt, dass zuerst die Wasserleitung einge­richtet werden müsse. Auch müsse vorher die Feldbereinigung abgeschlossen sein. Die Feldbereinigung hatte gewiss nichts mit dem Feuerschutz zu tun. Der Ge­meinderat ließ sich bei seiner Entschei­dung sicherlich nur von rein finanziellen Gesichtspunkten leiten.

3. Feuerwehrspritze 1877

Das Jahr 1877 brachte aber dann doch für die Gemeinde und die Feuerwehr eine große Überraschung. Von der Aachener und Münchener Feuerversicherung be­kam die Gemeine eine Druckfeuerspritze geschenkt. 

So wird am 10. 9.1877 berichtet: „Die Aachener und Münchener Feuerver­sicherung?Gesellschaft hat, nachdem die Mobiliarversicherung in der Gemeinde Winterbach die Summe von 98 400.- ­Mark erreicht hat, sich entschlossen, der Gemeinde eine 2?räderige Druckfeuer­spritze zum Geschenk zu machen." 

Die Versicherung hatte sicherlich auch ein Interesse daran, das bei der Versicherung versicherte Mobiliar zu schützen. 

Der Gemeinderat sprach der Versiche­rung den besten Dank aus. 

Das Protokoll war unterzeichnet von Rat­schreiber Kern, Schultheiß Seyfried und den Gemeinderäten Schiek, Uetz, Betsch, Hoß, Felger, Nüßle. 

Diese Spritze war die 3. Spritze der Gemeinde und wohl auch die beste, denn es handelte sich hierbei um eine Druckfeuerspritze.

3. Spritzenmeister

Von der 3. Spritze ist auch die Rede, als Schlosser Schweizer zum 3. Spritzenmeister angestellt wurde und dafür eine Entschädigung von 4.80 Markjährlich erhielt. Mit der Beschaffung der 3. Spritze war die Feuerwehr, trotz den oft nicht verständlichen Entscheidungen des Gemeinderats, mit Löschgeräten für die damalige Zeit ordentlich ausgestattet. Wahrscheinlich zwangen aber den Gemeinderat die finanziellen Schwierigkeiten immer wieder dazu, eine ablehnende Entscheidung zu treffen, obwohl dadurch der Feuerschutz vernachlässigt wurde.

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1880

Es war deshalb nun dringend notwendig, eine organisierte Feuerwehr zu errichten. Im Jahr 1880 war es soweit. Am 30.11.1888 wurden die Statuten festgelegt, welche die eigentliche Grundlage für die Errichtung einer organisierten Feuerwehr darstellten. Der Gemeinderat stimmte in diesem Jahr dann auch der Wahl der Mitglieder des Verwaltungsrats der Feuerwehr zu.

Anschaffung von Uniformen und Gerät

Die Schwierigkeiten waren aber mit der Gründung einer freiwilligen Feuerwehr nicht beseitigt. Die Mittel mussten nach wie vor vom Gemeinderat bewilligt werden. 

Somit war die Ausstattung bescheiden. Die meisten Feuerwehrleute hatten nur Armbänger als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Wehr. Uniformen konnten nur nach und nach angeschafft werden. 

Die Steiger waren die am besten ausgerüstete Mannschaft, sie erhielten neue »Monturen« (Uniformen), während sich die anderen Feuerwehrleute mit Armbändern begnügen mussten. Die Steigermannschaft bestand aus 28 Mann.

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