Feuerwehren bzw. Löschmannschaften gab es schon in der Frühgeschichte. So wird berichtet, dass die Ägypter und später die Römer Löschmannschaften besaßen, welche die Aufgabe hatten, Häuser und Paläste der Herrschaften zu schützen.

Feuerlöschwesen vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert

In Deutschland finden wir erst im 13. Jahr­hundert schwache Anfänge von Feuer­löschordnungen. Sicherlich haben sich schon vorher die Bewohner in einem Brandfall gegenseitige Hilfe der verschie­densten Art geleistet. In den Dorfordnun­gen des Mittelalters war meist die Ver­pflichtung der Nachbarn zur Hilfeleistung enthalten. Insbesondere musste Mensch und Vieh im Notfall von den Nachbarn aufgenommen werden. In den späteren Feuerwehrordnungen waren die männli­chen Bewohner zur gegenseitigen Hilfelei­stung verpflichtet. 

1492 erließ Graf Eberhard die erste Feuer­ordnung für Stuttgart, während die erste Feuerordnung für ganz Württemberg im Jahr 1808 von König Friedrich I. erlassen wurde. Bis zum letzten Jahrhundert war es in einem Brandfall meistens so, dass ganze Dörfer abbrannten, weil kein leistungsfä­higes Feuerlöschgerät und keine organi­sierte Wehr zur Verfügung stand.

Im Jahr 1518 wird erstmals von einer Feuerspritze in Augsburg und später 1684 in Amsterdam berichtet. 

Die ersten organisierten Wehren entstan­den in Süddeutschland Mitte des letzten Jahrhunderts, ausgehend 1846 von Dur­lach in Baden. Diese Wehren, die militärisch organisiert waren, fanden allgemein Nachahmung und wurden nach und nach in jeder Stadt und dann auch in den Dörfern eingerich­tet. Ein Feueralarm, der meistens durch Gloc­kengeläut und Hornstöße ausgelöst wurde, ging ? vor der Gründung der Frei­willigen Feuerwehr ? jeden Bürger an. Alles was laufen konnte, musste mit Kübeln und sonstigen Gefäßen zum Brandplatz laufen. Dort wurden die Leute als Wasserträger, Ordnungshüter usw. ein­geteilt oder mit Rettungsaufgaben be­traut. Die Pferdebesitzer mussten in Windeseile mit angeschirrten Pferden erscheinen, um vom Schultheiß den Befehl zum Wasser­fuhren entgegenzunehmen. 

Schon beim Erwerb des Bürgerrechts musste jeder Jungbürger einen ledernen Feuerkübel erwerben und griffbereit hal­ten. Diese Kübel wurden regelmäßig vom Schuster überprüft und gegebenenfalls zugeflickt. 

In der Feuerordnung war oft auch gere­gelt, dass die Untertanen Wannen mit Was­ser gefüllt in ihren Häusern bereithalten mussten. Auch wurde die Feuerschau durch den Gemeinderat meist viertel­jährlich durchgeführt, wobei besonders feuergefährdete Häuser wie z. B. der Bäc­ker, Brenner, Hafner usw. genau überprüft wurden. 

Der Nachtwächter musste jede Rauchent­wicklung beobachten. Notfalls durfte er Häuser aufbrechen. Das Rauchen in den Scheunen und das Flachsdörren in den Stuben war streng verboten. 

Trotz diesen Vorsichtsmaßregeln waren aber doch immer wieder Großbrände an der Tagesordnung. 

Brandschäden führten meistens zu einem sozialen Rückgang für die Bevölkerung. Eine Brandentschädigung gab es grund­sätzlich nicht. Die Geschädigten konnten nur freiwillige Hilfeleistung der Nachbarn oder bescheidene Spenden erhalten. 

Eine Feuerversicherung gab es in Württemberg erst ab 1773, während in Baden diese Einrichtung schon 1758 gegründet wurde.

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